Raus in die Natur. Rein ins Erlebnis

Mit den Thüringern im Odenwald

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Wanderfreizeit in Oberzent- Odenwald Oktober 2019

Die diesjährige Wanderfreizeit mit unseren Thüringer Wanderfreunden im Herbst 2019 führte uns in den Odenwald.

Das Hotel, in dem wir unterkommen konnten, war das „ Zum weissen Lamm“ in Oberzent. Es war so gut gelegen, dass wir alle Wanderungen ohne PKW-Nutzung durchführen konnten. Auch der Preis war wie in den letzten Jahren sehr human bei sehr guter Qualität von Unterkunft und Essen.

Da die Treffen mit unseren Thüringer Freunden etwas besonderes sind, geht es bei den Wanderungen immer etwas gemütlicher zu. Es gibt viel zu erzählen, und teilweise müssen auch mehr Pausen eingelegt werden, um zu verschnaufen. 

Am Tag der Anreise trafen wir uns am Nachmittag zum aufwärmen zu unserer ersten kurzen Wanderung. An dieser Wanderung konnten auch unsere Senioren teilnehmen, die nicht mehr so gut wandern können und ihre Fahrräder für Ihre eigenen Touren dabei hatten. Es freute alle besonders, dass auch die Wanderer dabei waren, die in den letzten Jahren etwas Pech hatten und sich komplizierte Armbrüche zugezogen hatten. In einer nahe gelegenen Wanderhütte gab es die beliebte Thüringer Mohnrolle. Am Donnerstag morgen trafen wir uns wie immer um 9.15 Uhr am Hotel zur ersten großen Wanderung über den Geopark-Pfad „Wasserarmut in einem regenreichen Gebiet 1“. Der Weg war teilweise anspruchsvoll und hatte einige Überraschungen (umgestürzte Bäume sowie einen Zwitscherkasten) in sich.

Der nächste Tag begann zur gewohnten Uhrzeit am selben Treffpunkt. Der Wettergott hatte allerdings nichts Gutes vorhergesagt. Diese Wanderung ging über die Odenwald-Neckar-Runde nach Hirschhorn.

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Unterwegs begann es zu regnen. Doch davon lassen wir uns nicht entmutigen. Es gab einige Sehenswürdigkeiten und die erste Aussicht ins Neckartal. Am derzeit in Renovierung befindlichen Schloß Hirschhorn gab es bessere Ausblicke. Im Ort Hirschhorn legten wir eine Pause ein, in der jeder sich stärken oder den Ort anschauen konnte. Zurück ging es langsam stetig bergan zu unserem Quartier.

Der dritte Tag unserer Wanderfreizeit führte uns durch Wälder, über Wiesen mit glücklichen Kühen rund um Oberzent und über Rothenberg zurück ins Hotel.

Nach fast allen Wanderungen besuchten wir nachmittags in Oberzent das von uns bei der Vortour entdeckte „Café Berghof“. Die Hausherrin verwöhnte uns dort mit von ihr selbstgebackenen leckeren Kuchen, Kaffee und anderen Köstlichkeiten.

Die Abende verbrachten wir dann bis zur „Sperrstunde" in fröhlicher Runde? im Hotel.

Wie immer fanden auch diese Tage ein schnelles Ende. Die Wanderfreunde aus Thüringen wurden bereits am Sonntag verabschiedet, nicht ohne auf das nächste Treffen im Frühjahr 2020 hinzuweisen, das von unseren Thüringer Wanderfreunden organisiert wird. Den SGVlern hatten wir den letzten Tag zur freien Verfügung gestellt, den jeder nutzen konnte wie er mochte.

 

              Nach dieser Wandertour verabschieden wir uns als Wanderführer für Mehrtagestouren.

                                                       Gertrud und Karl Heinz Steinbach

 


Gerne erinnert sich auch eine Teilnehmerin an ihre erste "Wanderfreizeit" und wir lesen hier ihre Geschichte über persönliche Empfindungen und Erfahrungen:

Der SGV Lindlar e.V ist wieder unterwegs gewesen!

Dieses Jahr waren wir im Odenwald, um uns dort mit den Freunden aus Thüringen zu treffen. Die Freundschaft mit Thüringen besteht seit 1990 und ihr wird zwei mal im Jahr, jeweils um den Tag der deutschen Einheit und um Christi Himmelfahrt herum gefrönt.

Im Herbst werden die Wanderungen vom SGV und im Frühjahr von den Thüringern organisiert, geführt und begleitet.

Leider werden die beiden Wanderführer vom SGV aufhören und keine weiteren Planungen mehr durchführen und daher wurden Anton 20191003 Odenwald Anton.jpg und ich ins Boot geholt, um die Treffentradition zu erhalten. Damit ich die Thüringer auch kennenlerne, wurde mir noch schnell ein Platz in einer angrenzenden Pension organisiert, da das Hotel, in dem alle anderen übernachteten, schon voll war. (Die Plätze sind sehr begehrt und meist schon im Vorfeld ausgebucht)

"Meine" Pension Berghof wurde schnell zum beliebten Treffpunkt am Nachtmittag, da die Inhaberin selbstgebackenen Kuchen und Geschichten aus dem Odenwald verkaufte.

Am Mittwoch ging es los. Mein Kumpel Anton holte mich zu Hause ab und so trafen wir pünktlich zur 1. Wanderung in Kortelshütte ein.

Karl Heinz und Gertrud zeigten uns in einem kleinen Kringel von ungefähr 8 km Länge die nähere Umgebung des Hotels. An einer Wanderhütte überraschten sie uns mit Mohnrolle und Kaffee, im weiteren Verlauf mit weiteren Annehmlichkeiten.

Am nächsten Morgen in Herrgottsfrühe um 9.15 Uhr zogen wir gefrühstückt, gestiefelt und gespornt auf zur nächsten Wanderung. Diesmal stand die Wanderung unter dem Titel „Brunnen und Quellen“.  Auf verschiedenen Tafeln wurden wir über die unterschiedlichen Bewässerungssysteme in der Gegend aufgeklärt. Die Wege waren vielseitig und ein paar abschüssige Trampelpfade waren auch dabei. Karl Heinz und Gertrud hatten bei Ihrer Vorwanderung ein Kästchen mit Getränken für müde Wanderer entdeckt und verteilten diese an die Gruppe. Das Wetter zeigte sich an diesem Tag noch von seiner gnädigen Seite. Bis auf ein paar Wolken am Himmel blieb es trocken. 

Dies sollte sich am Freitag ändern. Bei Nebel zogen wir fröhlich los, um uns das Schloss Hirschhorn und seine Umgebung anzuschauen. Ich war ganz begeistert, da Nebel und Wald für mich immer etwas mystisches hat.  

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Der Hinweis auf eine Gerichtsstätte tat sein Übriges. … 

In Hirschhorn selber hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Anton und ich zogen über die Neckarbrücke, machten ein paar Fotos und schauten uns die teilweise sehr alten Häuser der Stadt an.  16 km mit ziemlich steilen Ab- und Aufstiegen waren doch anstrengend und so war ich am Abend etwas geplättet und müde.

Am Samstag zogen wir wieder bei besserem Wetter los. Einige von den Mitwanderern hatten das Wetter am Freitag doch als etwas zu nass empfunden. Anton hat diese Wanderung sehr treffend unter dem Titel „Pilze und Stille“ bei Komoot hinterlegt.

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Fast jeder am Wegesrand befindliche Pilz wurde bewundert und fotografiert.  Währenddessen bekam ich von einem Thüringer Kollegen eine Abhandlung zur Trocknung, Lagerung und Zubereitung von Pilzen. Vielen Dank nochmal!

Am Ende der Wanderung wanderten wir noch über einen breiten, abschüssigen Wiesenweg, von dem wir einen sagenhaften Ausblick auf die nächste Anhöhe hatten.

Der Sonntag war dann wieder zur freien Verfügung und Anton und ich beschlossen einen gemeinsamen Geocache auszuprobieren, da Anton im nächsten Jahr Geocaching bei sich in der Gegend anbieten möchte.

Der Geocache hieß „mit dem Waldbruder zum Roten Bild“ und sollte ungefähr 16 km lang sein. Das rote Bild ist ein roter Opferstock dessen Geschichte gerne ein Jeder unter folgendem Link nachlesen kann:
(Friedrich Mößinger, das rote Bild bei Michelbuch gefunden: http://www.suehnekreuz.de/hessen/hirschhorn.htm)

Der Geocache führte uns über verschlungene Pfade an verschiedene Orte, an denen wir Jahreszahlen zusammenrechnen, Stufen zählen oder verstecke Ziffern auf Steinen entdecken  mussten. Es machte mir riesigen Spaß, den Aufgaben und Wegen zu folgen. Die nicht wenige Wassermenge von oben störte uns dabei nicht. Klatschnass, etwas kalt und glücklich kamen wir wieder an unseren Schlafstätten an, wo ich mir größte Mühe gab, beim Ausziehen nicht alles unter Wasser zu setzen. Wie mein Kumpel Anton das Problem löste, blieb mir verborgen……  20191003 Odenwald Regen.jpg

 

Alles in Allem war es eine sehr gelungene Tour mit vielen Gesprächen, netten Menschen, ein wenig deutscher Geschichte und der Feststellung, dass ein „bisschen“ Regen dem SGV und den Thüringern nichts anhaben kann.

Also bis bald, 2020, Treffen im Erzgebirge und Attendorn!

Nina